Wieblingen ist der westlichste Stadtteil von Heidelberg und hat mit seinen ca. 10000 Einwohnern aber seinen dörflichen Charakter teilweise bewahrt. Der Stadtteil lebt und kämpft mit seinen natürlichen und künstlichen Barrieren nicht immer gut und zufriedenstellend. Im Osten ist es der Neckar, der Wieblingen zum Neuenheimer Feld abgrenzt. Die Autobahn dagegen ist es, die Wieblingen von den landwirtschaftlich geprägten Freiräumen im Westen abtrennt.
5. Neckarquerung
Wie kaum ein anderer Stadtteil ist Wieblingen von diesem geplanten und von vielen Politikern in Heidelberg gewünschten Bauvorhaben betroffen. Gerade auf Grund der oben beschriebenen natürlichen und künstlichen Barrieren wäre eine weitere Barriere im Norden für die Entwicklung Wieblingen geradezu fatal. Deshalb ist auch die breite Ablehnung dieses Vorhaben in Wieblingen verständlich. Die ödp steht hier unein- geschränkt auf Seiten des Stadtteil- vereins und der Bürgerinnen und Bürger Wieblingen. Wir lehnen dieses Bauvorhaben kategorisch ab, weil wir nicht noch mehr Verkehr produzieren wollen, was freilich die Folge wäre. Außerdem sind alle verkehrspolitisch vernünftigen und ökologischen Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung im Neuenheimer Feld noch nicht probiert worden.
Verkehr in Wieblingen
Mit dem Konzept „Mannheimer Strasse“, dass die Stadt in den letzten Jahren realisiert hat, ist die ödp schon ganz zufrieden. Eine vernehmbare Verkehrsberuhigung einerseits, eine zufriedenstellende Situation für den Einzelhandel andererseits hat Wieblingen wieder sehr attraktiv gemacht. Die geschaffenen Kurzzeitparkplätze am Rande der kleinen Fußgängerzone im Bereich Wundtstraße/ Wallstraße findet unsere ausdrückliche Genehmigung.
Der öffentliche Nahverkehr von und nach Wieblingen ist zufriedenstellend. Mit der Verbindung der OEG von Mannheim nach Heidelberg über Wieblingen und zurück, ist Wieblingen Teil eines sehr guten Verkehrskonzeptes. Darüber hinaus fahren noch zwei Buslinien nach Heidelberg. Weniger zufrieden muss man derzeit mit der S-Bahn sein. Zwar hält am S-Bahnhof „Pfaffengrund-Wieblingen“ in beiden Richtungen achtmal pro Stunde, doch gibt es leider keinen vernünftigen vertakteten Anschluss in die beiden Stadtteile. Das wird eine Aufgabenstellung für die ödp sein.
Der lange geplante OEG-Haltepunkt Dammweg ist seit 1999 geplant und bis heute nicht realisiert. Wir halten diese Haltestelle angesichts der Anbindung des Südwestens in Wieblingen für notwendig.
Eine bessere Anbindung an den Grenzhof und nach Eppelheim ist anzustreben.
Sicherheit und Verkehrsanteil von Fußgängern und Radfahrern ist in Wieblingen anzustreben.
Wohnen in Wieblingen
Aufgrund der beschriebenen Barrieren ist Wieblingen auch ungeeignet sich weiter auszu-dehnen und noch freie Flächen für den Wohnungsbau auszuweisen. Deshalb lehnt die ödp den Ausbau auf Kosten landwirtschaftlich genutzter Flächen ab.
Ochenkopf
Wir setzen uns für eine Schutzsatzung des Ochenkopf aus. Vor allem muss der kleine Stadtteil im Stadtteil vor Durchgangsverkehr, von der Autobahn kommend, verschont werden. Diese kleine Siedlung zwischen Wieblingen und Bergheim muss dringend auch weiterentwickelt werden, vor allem bezüglich des Fuß- und Radwegeangebotes und der Versorgung für den täglichen Bedarf.
Der historische Ortskern von Wieblingen soll unbedingt in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Um die Wohnqualität hier weiterzusteigern ist eine Entlastung der Straßen ebenfalls unabdingbar.
Weitere Bebauungspläne, z.B. in den Bereichen Neckarhamm, Maltesergasse oder Mann-heimerstraße lehnen wir aus oben genannten Gründen ab.
Arbeiten und Leben in Wieblingen
Die ödp setzt sich in vernünftigem Maße für einen Ausbau des Wirtschaftsstandortes Wieblingen ein. Gemäß unserer Grundübersetzung muss Wirtschaften aber vor allem umwelt- und sozialverträglich sein. Ökologische Landwirtschaft zu fördern ist deshalb ein hohes Prinzip der ödp. Aber auch das produzierende Gewerbe kann und darf sich in einem gesunden Ausmaß vergrößern. Mit dem Gewerbegebiet West hat Wieblingen einen Standort für hochwertige Produktionsstätten und Dienstleistungen erhalten. Deshalb lehnen wir eine allzu große Ausbreitung des Gewerbegebietes Nord ab.
Freizeit in Wieblingen
Mit der neu gebauten Sporthalle hat Wieblingen in diesem Bereich zufriedenstellend aufgeholt. Kinder und Jugendliche haben also einen Platz gefunden, wo sie ihre sportliche Freizeit verbringen können.
Kulturelle Angebote sind jedoch noch einigermaßen dürftig und müssten ausgebaut werden. Zwar bieten die Kirchen und die Volkshochschule spezielle Stadtteilprogramme an. Aber meist ist Kultur dann doch eher in der Innenstadt zu erleben.
Umwelt- und Naturschutz in Wieblingen
Wieblingen beherbergt das große Müll-Kompostwerk und ist. Zugunsten von Wieblingen wird der Heidelberger Restmüll seit 1996 in Mannheim verbrannt. Zwar ist dies gut für Wieblingen bzw. Heidelberg, aber im Sinne einer gesunden Umwelt keine Lösung. Wir fordern daher weiter ein Umdenken in der Abfallpolitik. Recycling ist gut und schön, aber die Vermeidung von Müll ist besser.
Das Naturschutzgebiet Unterer Neckar muss absoluten Schutz genießen. Alle favorisierten Baumaßnahmen durch dieses Gebiet oder auch am Rande dieses Gebietes lehnen wir ab.