Kreisverband Heidelberg

Leben in Heidelberg

Die nachfolgenden Texte stammen aus dem Kommunalwahlprogramm 2004. Ein aktuelles Konzept wird bis Frühjahr 2011 erarbeitet.

 

Nichtsdestoweniger legen wir eine Lektüre ans Herz.

 

 

Kinder

Die Lebensqualität einer Stadt hängt auch davon ab, ob Kinder sich in ihr wohlfühlen, in ihr aufwachsen und sich entwickeln können. In einer Stadt, die den Interessen der Kinder gerecht wird, leben aber auch Erwachsene besser.
Die ödp sieht mit Sorge die wachsende Kinderfeindlichkeit in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Diese Einstellung macht sich in vielen Bereichen bemerkbar: Kinderfeindliche Verkehrsplanung, dringend notwendige Schulsanierungen, mangelnde Spielangeboten in den Stadtteilen.
Bei vielen anderen Parteien hat sich Kinder- und Familienpolitik allein auf die Schaffung von Betreuungsplätzen reduziert. Bei aller Notwendigkeit von genügend Kindergarten- und Betreuungsplätzen. Kinder brauchen mehr.

Wir fordern daher:

  • weitere Einrichtungen von Spielstraßen und Freiflächen
  • kindgerechtere Verkehrspolitik
  • Spielplätze, die an den Interessen der Kinder konzipiert werden
  • Schaffung von neuen kindgerechten Aktivspielplätzen in unterversorgten Stadtteilen, z.B. in der Südstadt

Wird Kindern die Möglichkeit gegeben, sich in ihrem Wohnungsumfeld frei zu entfalten, sinkt automatisch die Nachfrage nach teuren öffentlich finanzierten Betreuungsangeboten.

Jugend

Die Suche nach der eigenen Identität nach Lebenssinn und Lebenssicherheit ist für die jungen Menschen zweifellos schwieriger geworden. Ein Indiz hierfür ist die Zunahme des Drogen- und Rauschmittelgenusses und das Auftreten links- und rechtsextremistischer gewaltbereiter Jugendlicher.
Die ödp will deshalb die verbandliche und offene Jugendarbeit, den Breitensport und das Netz der Stadtteiljugendtreffs unterstützen und ausbauen. Jugendverbände und Umweltschutzverbände müssen so gut wie möglich ausgestattet werden. Zusätzliche Programme zur Förderung ökologischen Denkens bei der Jugend sind zu schaffen.
Gerade auch für die Instandhaltung der Schulen muss Priorität haben. Die Jugend von heute muss sehr gut ausgestattete Lehrräume in ihren Schulen vorfinden.
Jugend braucht Räume, um sich treffen zu können. Räume wie die Halle 02 am alten Güterbahnhof und das Haus der Jugend müssen gefördert und unterstützt werden.
Einem Autonomen Zentrum steht die ödp nicht gänzlich skeptisch gegenüber. Es muss aber eine vernünftige Lösung gefunden werden, die weder die autonomen Initiativen selbst als auch ihre Kritiker übervorteilt. Wir sind der Überzeugung, dass dies nur im Dialog gelingen wird.

Familien

Familien übernehmen viele wichtige und grundlegende Funktionen in der Gesellschaft, denn Familien ziehen nicht nur Kinder groß, sondern pflegen nicht selten auch Alte und Kranke.
Wir alle haben uns daran gewöhnt, dies für selbstverständlich zu halten.
Die Leistung von Familien lässt sich nicht allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wie der Finanzierung künftiger Renten, beurteilen. Familien bedeuten gelebte Solidarität und wirken dem gegenwärtigen Trend der Vereinzelung entgegen.
Eltern machen ihre Entscheidung für ein Kind in der Regel nicht von der Höhe des Kindergeldes abhängig. Das ist gut so, denn sonst gäbe es praktisch gar keine Kinder mehr.
Leider haben sich Kinder zu einem Armutsrisiko für Familien entwickelt. Sehr viele Kinder in Heidelberg sind heute schon von Sozialhilfe abhängig.
Die ödp will die Rückbesinnung auf Werte anregen, die sich nicht an Besitz und Konsum messen lassen. In der Familie kann dieses Wertebewusstsein am besten vermittelt werden.

Wir fordern:

  • familiengerechten und bezahlbaren Wohnungsbau in der Bahnstadt
  • ausreichende Versorgung mit Kindertagesstätten
  • Ausbau der Betriebskindergärten und der Waldkindergärten
  • Schaffung von Angeboten zur anonymen Entbindung, um in Konfliktsituationen den sozialen Druck zur Abtreibung zu nehmen

Senioren

Menschen die aufgrund ihres hohen Alters, wegen chronischer Krankheit oder Behinderung auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, dürfen nicht aus dem Blickfeld der Gesellschaft geraten.
Oft werden sie durch Familienangehörige in der vertrauten Umgebung versorgt. Dies beduetet für viele Familien eine große Belastung. Pflegende Familienangehörige müssen deshalb ein Recht auf Unterstützung haben.
Auch die Tatsache, dass ältere Menschen mit Erreichen der Altersgrenze zwei wesentliche Betätigungen, die ihr Leben prägten verlieren, nämlich den Beruf und die Versorgung der Familien, führt zu einem gewissen Abbruch der Kontakte zur Außenwelt.
Vordringliche Aufgabe ist es daher ältere Menschen weiterhin am Lebne teilhaben zu lassen.

Wichtig scheint uns deshalb zu sein, dass

  • Formen der Nachbarschaftshilfe unter älteren Mitbürgern gefördert wird
  • Eine Informations- und Beratungsstelle geschaffen wird, die speziell für Senioren Hilfsdienste und Erledigungen übernehmen kann
  • Betreutes Wohnen gefördert wird
  • Heimplätze zur Tagespflege eingerichtet werden, die es ermöglichen, dass alte Menschen abends zu ihren Angehörigen zurück kommen können
  • Fortsetzung des behindertengerechten Ausbaus von öffentlichen Gebäuden und des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Ausbau der Bergbusse in den betroffenen Stadtteilen
  • Stärkung und Förderung des nachbarschaftlichen Engagements durch Tauschbörsen oder Projekte wie z.B. der Nachbarschaftsladen

Ausländer

Ausländer sind unsere Mitbürger. Der Anteil an Ausländern in Heidelberg beträgt derzeit rund 1/7. Diese Menschen haben Rechte und Pflichten, Sprachprobleme machen die Integration allerdings nicht immer einfach. Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind deshalb oft benachteiligt.
Die ödp fordert schon lange die Einführung des kommunalen Wahlrechts für hier lebende Ausländer. Auch im sozialen Bereich muss die Integration von Ausländern weiter gefördert werden.
In diesem Jahr treten zehn neue Länder in die Europäische Union bei. Auch politischen und historischen Gründen begrüßt die ödp diesen Schritt. Deshalb ist es für die ödp selbstver- ständlich, dass Menschen aus diesen Ländern bei uns willkommen geheißen werden.

Bei genauem Hinsehen, wird man erkennen, in welch vielfältiger Hinsicht diese ausländischen Mitbürger das Leben in unserer Stadt, vor allem in kultureller, aber auch gastronomischer und religiöser Weise bereichern.